Proto-Wikingerschiffe und die Seevölker
                   

Im  13.  und  12.Jahrhundert v.Chr.  erscheinen die  *Seevölker* in Anatolien, Syrien, Palästina, Zypern und in Agypten. Mykene,Troia,
Das  Reich  der  Hethiter und Ugarit werden zerstört. Agypten wird
zu Lande und zur See bedrängt,  aber  Ramses  III verhindert  eine Invasion.
Dass die  Zerstörungen  ursächlich  von  den  Seevölkern    ausge-
löst wurden ist bislang nur eine, wenn auch ´naheliegende´ Vermu-
tung.
(kann sein, muss aber nicht ) ( Urnenfelder-Fimbulwinter)

Auch der Ursprung der Seevölker ist ein bislang ungelöstes Rätsel
der ausgehenden  europäischen  Bronzezeit   um  1200 v. (Spanuth)

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                                         Ein  VERSUCH

Es   werden  in  der  folgenden " Beweisführung"   drei  Punkte  als
"gesichert"  angenommen.  Diese  drei Punkte ´logisch ´ in  einem
Kontext zu verbinden schafft Probleme.

1.) Es ist archäologisch nachweisbar, dass im dritten Jahrtausend
in Ägypten blonde Personen nachweisbar werden, die sg. Tamahu

" Zudem sind  auf  bestimmten  Reliefs  (Medinet Habu)  etwas von
der  urspruenglichen  Farbe  noch sichtbar.Auf Grund  dieser Farbe
erscheint es  offensichtlich, dass  die Libyer eine  helle Haut  hatten
, blaue  Augen und  blonde oder rote Haare  hatten.  Wegen dieses
vermuteten  *europaeischen*  Aussehen  wird  angenommen, dass
die   Eindringlinge  ursprünglich   Europäer  waren.  Wo   immer  ihr
Ursprung,  solche Völker  können  in  der  Region  seit  lang zurück- liegendenZeiten gelebt haben "(Robbins)

WENN  blonde Haare ( und die Fähigkeit Vollmilch  zu verdauen )  nur im 
Norden entstehen konnte, dann müssten blondhaarige Milchtrinker
aus dem Norden in Nordafrika  eingewandert sein

.2.)  Wenn  Dolmen  um 4000 v. in  Nord-West  Europa entstanden
und  wenn  formal  vergleichbare  Megalithen  in grosser  Zahl  etwa
2000 Jahr  später in  Palästina  nachweisbar  werden,  dann  nahe-
liegend  die Annahme,  dass  der  Ursprung einer  " Dolmen-Mytho-
logie" im Norden lag

3.) Wenn die vermuteten  Post-Magdalénier im NW-europäischem
Megalithgebiet technisch in der Lage waren genähte Plankenboote
zu bauen, dann  könnten  Megalithiker 
über Rhein - Mai - Donau in
einem Sommer von der Ostsee  in die Ägäis gelangen. Für  Boote
eine neolithische Schnellstrasse.

Facit:  Demnach  wäre  eine  kulturelle Verbindung zwischen Nord
und  Süd  bereits im 4.ten Jahrtausend  aus  biologischen, archäo-
logischen und technischen Gründen denkbar.
(Es darf spekuliert werden :-)

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Gestützt  wird   die  Überlegung   einer  Verbindung  zwischen dem
Norden Europas und Ägypten  durch Abbildungen  im Totentempel
von Ramses III. Auf Reliefs  werden die Kämpfe mit den Seevölkern
dargestellt.


                           Seeschlacht zwischen Ägyptern und Seevölker  

                       links im Boot gefesselte Krieger mit Hörnerhelm 

Die Boote  sind leicht gebogene spitzovale Langboote, rahgetakelt.
 ( Der Querbalken  oben am  Mast ist  die Rah)    Hochragende Bug-
und Hecksteven. In ihrer Länge  entsprechen die Boote
 spaltbaren, hochstämmigen Bäumen. (Tanne, Zeder)

Über einen Zeitraum von  4000 Jahren  bleiben die Klinkerboote der
Nordleute in  der  Form   systembedingt   bedingt ´unverändert´.  Sie
können aus technischen Gründen in der genialen  Grundkonstruktion -
"genähte   Klinker-Planken"  -   nicht   wesentlich  verbessert  werden.
Dadurch  sind  sie eine Art archäologisches- technisches  "Leitfossil".

Homer beschreibt die Boote des Odysseus mit dem Adjektiv "ISO",
von Voss übersetzt als *gleichgezimmert* .
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Seevölker                Bronze, Cariazo, phönizisch, ~ 700 v.

Frage:Symbolisierten die hochlaufenden Steven bei den Seevölkern
und den späteren  Wikingerboote den  Hals eines Wasservogels mit

breitem Schnabel. Ein Schwan ?

Das gäbe  Sinn, denn  in  der  skandinavischen  Mythologie  geleiten
zwölf   Walküren des Odins die Gefallenen  ihrer  Wahl vom Schlacht-

feld nach Walhall.
Diese Walküren werden als Schwäne beschrieben.

In der Völundarkvida, einer Heldensage der älteren Edda, wird berich-
tet, dass drei Königssöhne auf dem Eis schreiten und nach dem Wild
 
jagen. "Früh im Morgen fanden sie am  Strand drei  Frauen, die span-
nen Flachs; bei  ihnen lagen  ihre  Schwanenhemden, es  waren  Wal-

küren".
Die    hochlaufenden  Steven  der  Wikingerboote  könnten  demnach

einen   mythologischen  Bezug  zu  den  schwanengleichen  Walküren

haben
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                                    Soweit Biologie und Technik

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                                              Ein  * historischer* Hinweis

Abgesehen  von  den  technischen  Übereinstimmungen scheint diese
 Seeschlacht zw
ischen  Ägyptern und  Seevölkern  einen  historischen
                                   Vorläufer
gehabt zu haben

                                                  Narmer  Palette (c.3000 v.)

Eine Tafel aus Schiefer. Auf  ihr ist  die Vereinigung  von   Unter- und
Oberägypten  dargestellt,  die  um  3150 v.  vom   thinitischen   König

Narmer vollendet  wurde. Sie gilt  als  erstes  archäologisches  Binde-

glied   zwischen  der  vor- und  der  dynastischen Zeit   Agyptens.  Auf

dieser Palette   is t  ein  Boot  abgebildet.  Hochgezogener  Bug- und

Hecksteven. Im Boot eine Hütte, davor ein Stierkopf (Rinderhirten?)

  Die erschlagenen,  gefesselten Feinde tragen
         einen Hörnerhelm und einen Bart.

Der  abgeschlagene  Kopf  liegt zwischen den  Beinen. Ein  Ritus, der
im Zusammenhang
mit ´Wiedergängern´ in  historischer Zeit  auch im   
Norden nachweisbar ist (Hasenfratz)

Problem: 1800 Jahre später das gleiche Bild.  Man  trägt  immer noch
Hörnerhelme und fährt mit spitzovalen Langschiffen mit typisch hochge-

zogenem Steven.

                      Narmer 3000 v.                   Seevölker 1200 v.  

a) Der gehörnte  Kopf eines´Bullen´ im  Boot  vom  Narmer, ein Status-
symbol ? Erschlagene Gegner mit Bart und Hörnerhelm.
b)
1800 Jahre später. Seevölker greifen  Ramses III  an. Vergleichbare

Bilder, Bärte, Hörnerhelme  und typische  Langboote mit aufragendem

Bug- und  Hecksteven.
 

                     Kampf um Agypten in einem "Bruderkampf ? ---------------------------------------------------------------------------------

                            Hinweis auf ´ Proto-Wikingerschiffe´.  710 v. 

        

Transport von Balken (Zedern?) mit Hilfe von Langbooten  ( Khorsabad,
Sargon II .800 v.) Vermutlich Phoenizier.Die Nachfahren der Seevölker?
Die  Ruderer  sitzen in  Fahrtrichtung. Die  gleiche  Methode  wie 2000
Jahre
vorher in Negade 3200 B.C .(s.o.)  
D.h  die Ruder werden gedrückt  und
nicht  zum Körper gezogen.
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P.S.

Nebenbei ein numerisches Problem:

Wieviel kriegerische  Bootsbesatzungen  waren  nötig, um im relativ
dünn  besiedelten  Neolithikum  am  Nil und  Euphrat  feudalistische
Strukturen  durchzusetzen?  ( In  der  Annahme, dass   eine  hierar-
chische Struktur Voraussetzung ist für alle Hochkulturen´)

Zur Grössenordnung:  Im Jahre 786  wurde Wessex in  England vom
Heer des Cyneheards angegriffen. Das Heer bestand  aus 85 Mann.
Die Gesetze des Ine von Wessex besagen, dass  bis zu  7 Mann als
Räuber galten. Eine  Gruppe von  7-35 Mann  wurde als Bande ange-
sehen. 36 Mann bildeten  bereits ein  Heer. (Capelle)
    Zu berücksich-
tigen wäre die  jeweils  zeitgebundene , relative  Bevölkerungsdichte.

Vielleicht eine  etwas gewöhnungsbedürftige  Grössenordnung, aber
eine  Mannschaft  von zwei  Booten  würde im  Neolithikum  für einen ´
Feldzug´ ausreichen.  Man  könnte  die Fantasie  laufen  lassen  und
fragen, ob eine Mannschaft von wenigen Booten Troja gegründet und
die Agäis besiedelt / unterworfen haben könnte.

Zumindest sassen  die Post-Magdalenier-Proto-Germanen verkehrs-
trechnisch in der *Nachbarschaft*. Wer zum Frühjahr sein Boot in den
Fluss setzte, konnte zum Herbst in der Ägäis sein, über die Hälfte des
Weges ´gemütlich´ von der Strömung geschoben.
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Auf  die   Bedeutung  der  eurpäischen  Flüsse als  Wanderweg  weist
Jahrtausende  später  noch  die  Fossa Carolina.  Ein Kanal, der von
Karl d.G. 793 begonnen  wurde, um Rezat (Main) und Altmühl (Donau)
zu   verbinden.  Ein gross  angelegter,  technisch   bedeutsamer   Plan
in Vorbereitung   zum  schnellen Transport   des  Heeres  mit  Booten
Die nur  wenig   Kilometer  lange  Wegstrecke   über  Land  zwischen
Main und  Donau war in der Steinzeit nicht länger als heute.
      Der Kanal wurde wohl aus technischen Gründen nicht fertigestellt.

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Capelle, T.  >Archaeologie der Angelsachsen<, 1990
Elliot, C. > The Ghassulien Culture in Palestine: Origins, Influences and Abandonments<,
in Levante X 1978

Hasenfratz,H.-P.:  >Die religioese Welt der Germanen< 1992
Hugot, H.J. und M. Bruggmann   >Zehntausend Jahre Sahara< 1976
Rubbins, M. >Collapse of the Bronte Age. The Story of Greece, Troy, Israel, Egypt
and the People of the Sea., 2001<

Spanuth, J. >Die Atlanter 1976<

11-schiff  20.01.04 neu

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