Olympische Spiele zur Sommer-Sonnenwende ?
                                     Der höchste Feiertag einer
                   im Ursprung nordeuropäischen Sonnenreligion ?    


Der  religiöse  Ursprung der Olympischen Spiele gründet vermutlich
in
einer Sonnenreligion der   Dorer/Spartaner.  Kessel  und Spiralen  würden diese Überlegungen stützen
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                                                   Newgrange

 

                Ganggrab bedeckt unter einem Hügel um c. 3000 v..

Am  Ende  des  Ganges  drei Steinkammern mit  je  einer aus dem
Stein  gehauenen , ovalen  Schale (1.10 m lang,  90 cm  breit   und
15-23   cm  tief (Montelius).
Am  21. Dezember fallen die  Sonnenstrahlen  für etwa  15  Minuten
auf die hinteren Steinplatten des Gangrabes. (O´Kelly)  Die Spiralen
werden als Symbol der jährlichen Sonnenbahn gedeutet
.
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                               Strettweg Hallstattzeit, 600 v.
  klick                                                                               Strettweg   Kultwagen,  
 Eines  der  bekanntesten urgeschichtlichen  Zeugnisse Österreichs
Gefunden 1851 in  einem   monumentalen  Grabhügel  der Hallstatt-
 kultur   in Strettweg mit  zahlreichen Beigaben: Bronzeschmuck und
verschiedene Gegenstände  aus  Bronze  ( Amphore für die  Asche
des Toten ),  eiserne  Waffen,   Zaumzeug  für  ein   Wagengespann
Figurengruppen  um eine 32 cm  hohe  weibliche  Gestalt  ( s.unten),
die  einen  Bronzekessel trägt;  gefertigt um  600 v. Vermutlich  eine
Opferprozession mit Kesselwagen zur Aufnahme von  Speiseopfern.
Landesmuseum Joanneum in Graz.

Bemerkenswert die hervorgehobenen Doppelspiralen mit mittelstän-
diger Säule am Rand des Kessels. In Griechenland entstehen etwas
später  die  ionischen Tempelsäulen  mit  den   typischen  Doppel-
spiralen. .

                        
                   Ionisches Kapitell           Zeitz - Krypta
                              500 v.                            1000  

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            Griechenland  
                                                     
                                                       

                                                                                  Kessel und  Spiralen in Griechenland.

a) Geometrischer Bronze Dreifuss, der gehämmerten Gattung.
     ( Rekonstruktion von A. Furtwängler, Olympia Taf.34.c  1879.
      zit.Herrmann)
b)  Dreifusshenkel mit  Stützfiguren. Ende   8.Jahrhundert v. Bronze.
     (Ephem. 1952  zit. Herrmann)
c) Dreifusskessel, Bronze .9.Jh.v., Höhe 0.65 cm

             

Die  verbundene ´Spirale´ findet  sich  auch  in  Dänemark  auf dem  
Sonnenwagen  von Trundholm 1400 v.und auf den  Schwertern  der
nordischen   Bronzezeit,  und  als   geometrische´     Maeander  auf  griechischen  Vasen und in Georgien (5.Jh.v.)
Die  Spirale wird  als Symbol der jährlichen  Sonnenbahn  gedeutet.

Schwieriger  die   mythische  Deutung  der   Dreifuss-Bronzekessel.
Sie  wurden zuerst  in ´vordorischer´Zeit  im   kretisch- mykenischen
 Kulturkreis  gefunden (1600-
1400 v.) Ein dreibeiniger Kupferkessel
 fand  sich  im vierten Schachtgrab der Akropolis  von  Mykene.

Problem :  Kessel  auf  Rädern  sind im Norden und  in  Palästina 
in Salomon´s   Tempel  in  der  Bibel  beschrieben
Die  kultische
 Bedeu
tung der Kessel im  Zusammenhang mit den Spielen ist offen.
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                   Olympia                          Der  Zeitpunkt der Spiele war in Olympia alle vier Jahre zum  ersten                                                                                                                                  Vollmond  nach  der Sonnenwende, .zwischen der letzten Juliwoche 
                                                           und  der ersten  Agusthälfte.

Es gab neben Olympia  noch weitere Orte, aber Ölympia wurde zum
wichtigsten   Spielort.  Die  mythologische  Deutung  der Zeitspanne

von vier Jahren ist offen.

Etwas rätselhaft auch die umkämpften Siegesprämien   Der Sieger
erhält  einen   materiell   wertlosen  Lorbeerkranz und  die Erlaubnis
den  Göttern einen  Dreifuss-Kessel zu verehren.
 Warum ?

               

Die  Sieger  bei den  Wetspielen  trugen  ihren  Kranz  ursprünglich
nur beim feierlichen  Siegesaufzug und weihten ihn dann im  Heilig-

tum  des  Gottes, (Zeus)   dem    zu  Ehren  der Kampf stattgefunden

hatte .(Olympiade, Athen 2004 )

Poblem: Die offenbar zentrale mythische  Bedeutung des Kranzes                                                   ist offen. (grübel, grübel :-)

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Auf den ersten Blick wohl etwas weit hergeholt erscheint die Arbeits- hypothese, dass der Kranz ein Symbol des göttlichen Horizonts  jen-
seits  des  Urmeeres war, zumindest aus Sicht der Pharaonen.
                            Auf diesem Horizont wurden Götter geboren

                         (zugegeben wohl etwas gewöhnungsbdürftig :-)
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          Dreifuss-   Kessel

Neben der Würde einen Kranz zu tragen durfte der  Sieger  im Wett- kampf  dem   olympischen  Zeus  als  Weihgabe  einen  Kessel  aus Bronze anbieten. ( Herodot 1/144).  Die  Kessel  standen  auf einem
Dreifuss und wurden neben der Kampfbahn aufgestellt.


Die  Kessel  sind  in  Bruchstücken in  grosser  Zahl  nachgewiesen,
aber nur ein einziger  ist erhalten geblieben. Er  war vergraben. Die
grosse Zahl und der materielle Wert dieser Kessel lassen vermuten,    dass Kessel und  Kranz  in  der  Frühzeit  der  Spiele einen  wesent-
lichen Teil  des  religiösen  Hintergrundes der Spiele symbolisierten.

Frühzeit ?  Die  Olympischen  Spiele sollen von  den  Dorer einge-
führt worden sein 
(Herrmann).

"Nun wissen wir freilich  aus der  Überlieferung, daß  es  in Olympia
ausser dem schlichten Olbaumzweig, mit dem  der Sieger bekränzt
wurde, keine Preise gab.
Obgleich es aus geometrischer Zeit hierfür noch  kein  Zeugnis gab,
ist doch  anzunehmen, dass das von Anfang an  immer so gewesen
sei, anders wäre eine solche geheiligte Traditionen wohl nicht denk-
bar. Aber  könnten dann  die ehernen Dreifußkessel nicht Stiftungen
der Sieger  zum  Dank für von  der Gottheit verliehenen  Siege  sein,
ähnlich  wie  später die  erfolgreichen  Athleten  ihr Standbild  in das
Heiligteum weihten ?
"(Herrmann)

Problem :  Warum  sollte man  dem  göttlichen Zeus  eine genehme Freude mit  einem Kessel machen ?
Einen angedeutet  weiterfühenden schriftlichen Hinweis  gibt Aristo-
phanes in seiner Lysistrate (411 v.)  

Besprengt  ihr die   Altäre  aus  einem   Kessel  nicht  als Stammver-
wandte, Pylai,  Pytho,  in  Olympia,  und  wieviel Orte könnt ich sonst
noch nennen ! Habt ihr Barbaren-Feinde nicht genug
, dass ihr vertil-
gen
müst hellen´sche Städt´und Männer?

Aus diesem Kessel wurden einige Tropfen auf einen Altar gespritzt
Eine  verbreitete  Opfergeste  wohl  mit  dem Hintergrund, dass der

Mensch die Götter zu nähren hat.

           Wurde vom Sieger den Göttern aus einem Kessel ein
                                  Trankopfer  angeboten ?

(P.S. Kessel und Kranz lassen sich m.E. mit dem  Wagenrennen des Pelops kaum verbinden)
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     Edda

Ein weiterführender Kontext zu Kessel -Spirale - Sonnenkult ist nicht
zu erkennen. Gesichert erscheint zumindest, dass man  den Göttern
im Griechenland der Dorer offensichtlich etwas Gutes tat, wenn man    ihnen einen Kessel weihte. Warum ? .

Eine  Erklärung  könnte  ein  weit  abliegendes Trinkgelage  der nor-
dischen Götter geben. Weit  abliegend? Vielleicht,  wären  da  nicht
die  Dorer, von  denen Spanuth vermutet, dass sie aus dem Norden gekommen sind.  
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       Aus  dem *Sagengebiet*  der  nordischen  Megalithiker..

 Im  9. Jahrhundert  werden  auf  Island  Göttersagen aufgeschrieben.              Eine erzählt die Sage vom Eisriesen Hymir (Hymiskvida).

Aegir (Agaeis?), ein  relativ  friedlicher Riese, der über  die  Binnen- gewässer   herrscht,  wird   von Thor, dem   Wettergott  aufgefordert,
den Göttern Bier zu  brauen.

Der  Riese  sucht  nach  Ausflüchten  und sagt dem fordernden Gott,
daß er keinen Kessel  habe. Wenn Thor  trinken wolle, dann  müsste
er vorerst den Kessel herbeischaffen.
Ein Kessel  aber besitzt  Hymir,  ein  Eisriese, der  an des Himmels
Ende wohnt, im Osten der Elivagar, der urweltlichen Eisströme.Thor,
der Wettergott macht  sich  auf  den  Weg gen  Osten, um  von  dem
Eisriesen den Kessel zu erlangen

            Dieser   Hinweis  ´gen  Osten´ erscheint  mehrfach
                                  als  Drohung  in der Edda.

Wann  ist  die  Geschichte   mit dem Eisriesen  entstanden ? In  der
warmen  Bronzezeit  war  es  etwa  2 Grad  wärmer  als  heute.  Die
Bewohner im Norden haben  kaum  die Erfahrung  machen  können,
dass im  Osten  noch  Gletscher  lagen . Stammen  solche  Schilder-
ungen in der Edda zum Teil aus Überlieferungen von  Rentierjägern,
die   als   Post- Magdalénier   um    9000 v  den   Gletscherrand    in
Schweden  noch gesehen haben?

Thor und  der  Eisriese  Hymir  treffen  sich  und  wollen  gemeinsam essen. Man   kannte  sich.  Zum  Mahl  wird,  neben  einigen Stieren
noch Fisch benötigt.  Die  beiden   fahren  aufs  offene  Meer. Hymir

warnt.  Im Meer lauert die Midgardschlange.  Es  wäre  zu gefährlich.

Thor übergeht die Warnung.

                       
                          Ihre Schwester in Ägypten die Schlange APOPHIS

Thor angelt die Midgardschlange mit einem abgerissenen Stierkopf
als Köder.  Die weltumschlingende Midgardschlange packt zu, aber

Thor  trifft  sie  mit seinem  Hammer  aufs  giftspeiende Haupt.

Die Schlange  sinkt  auf den  Meeresboden. Das stürmische, offene
Meer des Winters wird ruhig. Die Schiffe können sich im  beginnen-
den Sommer aufs Meer wagen.

Zurück   im  Hause des  Eisriesen   Hymir . Thor erlangt nach einem
Kampf  den  Kessel. Dieser  Kampf  wird  gedeutet  als  Kampf des
Frühlings gegen den scheidenden Winter (Uhland),

Der  Wettergott Thor bekämpft den  Winter im  Osten und bringt  mit
dem Kessel symbolisch den Frühling nach Midgard, dem Siedlungs-
gebiet der Menschen. Der  Sommer ist  gekommen und  das  Trink-
gelage der Götter kann beginnen.
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Der  Zeitpunkt  des  göttlichen Symposiums ist  näher bestimmt, es
ist  die Zeit der  Leinenernte.

"Kraftgerüstet kam er (Thor) zum Göttermahl
Und hatte den Hafen, den Hymir besessen.
Daraus sollen trinken die seeligen Götter Ael
in Aegirs Haus jede Leinenernte" (Uhland, Simrock)

Leinen (Flachs) wird  nach  90-100 Tagen, kurz  vor der Samenreife,
geerntet,  d.h. bei  Aussaat  im  April  kann  der  Flachs zur Sommer-
sonnenwende    Ende   Juni   Anfang  Juli ´ gezogen´   werden.   Der 
Hinweis in der Edda auf die  Leinenern te wäre  dann   nicht  zufällig

Ein  weiterer ´nördlicher ´ Hinweis auf die Olympischen Spiele steht
im Vorwort  zur Agisdrecka.  Es  wird vermerkt, dass  die Götter bei
ihrem Trinkgelage nicht gestört werden wollen. Sie wollen Ruhe.
*Aegir, der mit anderem  Namen  Gymir hieß,   bereitete  den  Asen
(
Göttern) ein  Gastmahl,  nachdem  er  den  großen  Kessel  erlangt
hatte. ----------Das Ael trug sich selber auf Der Ort atte sehr heiligen
Frieden
*
Während der  olympischen Spiele herrschte  in  Griechen-
land Friede.

     Die Spiele begannen nach dem ersten Voll mond  nach der
                Sommersonnenwende  mit  einer Opferzeremonie

                               Ein Feuer wurde entzündet.

                    Ein möglicher Hinweis auf einen Sonnenkult,                                                      zur Sonnenwende am 21. Juni. (Schweden)

 
                                                                    Schweden

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          Salfränkisches Gesetz

            Trankopfer, Hexendiener
                 Lex Salica, 510

Es  erscheint demnach denkbar,  dass ´Kessel´ im  sakralen Umfeld  Bezug haben  zu  einem  Göttermahl.  Dieser  Kesselmythos  könnte ursprünglich im Norden  entstanden  und durch  Wanderungen in den
Mittel
meeraum  gelangt sein
Abseits vom  nördlichen  Ursprungsgebiet  schwindet  das  kulturelle  Gedächtnis  im  post -achaeischen Süden,
  aber im  Norden  konnte
der  Mythos überleben

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Die  Vermutug  eines nördlichen Ursprungs  eines Trankopfers wird
bei den Franken. ( 6.-7. Jh.)  durch  einen  Hexendiener gestützt.. Er
trägt einen Kessel, wohl sehr zum  Missbehagen christlicher Missio-
nare

                             
                                
Strettwg  (Hexendiener) s.o.
64 §1:(Lex salica ~500) 
"Wenn einer den anderen Hexendiener schilt,d.h. einen Hexenträger
oder jenen,  denen  man nachsagt, den  Kessel  zu  tragen worin die 
Hexen brauen, und es nicht  nachweisen kann,werde er -gerichtsätz-
lich  Sühnegeld  genannt- 2500 Pfennige, die  machen 62,5 Schillin-
ge zu schulden verurteilt. "

§2 "Wenn aber einer ein >freies< Weib Hexe oder Hure -gerichtlich Fahrende- -schilt und es nicht nachweisen kann,büsse er, wie oben gesagt, dreifach."
Zum Vergleich: Töten einer fremden Magd 1500 Pfennige
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      Hier wird in beginnender  christlichen Zeit eine ´missionarisch´
                 sinnvolle Verleumdung per Gesetz geahndet.

Ein   Glaubenskampf ?  Trugen   aus   christlicher  Sicht  heidnische
Hexendiener im  6.Jh. bei den Franken immer noch  heimlich  einen
Trank  zum Göttermahl ? Aus Sicht der Kirche  vermutlich ein Teufel-
gebräu.

Der ´Kessel´ der  Franken  wurde zeitlich in  die  Edda  passen. Die
Irminsul der Sachsen  wurde 200 Jahre  später (727)  von  Karl dem Grossen zersört.

Facit:  In der Edda, in Olympia und in den Gesetzen der Franken im
6.Jh. spielt ein Kessel eine götterbezogene Rolle
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   Arbeitshypothese

Eine  verstärkte  kulturelle  Nord-Süd-Verbindung könnte im 12.Jh.v.
mit  der Dorischen  Wanderung  entstanden  sein,   ausgelöst durch
eine  kosmische Kathastrophe. (Deukalionische  Flut, Phaeton)
Ramses III  kämpft  mit  den Seevoelkern. In  Griechenland  erschei-
nen die  Dorer / Spartaner. Sie   bringen  die  Olympischen   Spiele.

Problematisch erscheinen in diesem   Zusammenhang die Spiralen
auf dem rekonstruierten Kessel in Olympia . Diese  Spiralen würden 
die Vermutung stützen, dass zumindest die Olympischen Spiele der
Dorier im  Ursprung   Bezug  zu  einer  nordeuropaeischen  Sonnen-
religion hatten. (Spiralen im Norden)
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Herrmann,H-V. Olympia Heiligtum und Wettkampfstätte, 1972
Montelius,O. Die älteren Kulturperioden im Orient und Europa, 1903-1923
O´Kelly, M. New Grange, 1982
Simrock, K, Die Edda 1850
Uhlands gesammelte Werke, Bd.2 : Sagenforschung, 1836



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P.S. Strabon (VII, 2,3)  berichtet, daß  die Priesterinnen der Kimbern
die Kriegsgefangenen, die zuvor bekränzt  worden  waren, zu  einem  Bronzegefäß brachtern, das etwa 20 Amphoren (ca. 525 Liter) fasste und zu dessen Rand eine Leiter hinaufführte.wo ihnen die Kehle durch geschntten wurde, wobei man  das Blut  im Kessel auffin
g.
Aus diesem Blut und  den Eingeweiden wurde dann geweissagt

etr