Horizont, Tod und Fährmann

Nach  den  bisherigen  Übrlegungen  könnte  der *neolithische* Kosmos  im Megalithgebiet des europäischen Nordens und im Nahen Osten entstanden  
sein. Zufällig in   Ägypten  und  zufällig im  Norden ? Oder wer hat wen, wann
wo,beeinflusst ?

             Die Pyramidentexte und die Edda wurden  als Quelle angeführt.
                          ( Zum  "einlesen" sind diie Hinweise nicht vordriglich :-)

Verdacht:  Entstand neben dem Kosmos auch die  Religion der Pharaonen
im
europäischen Norden? (Zugegeben in der Verbindung wohl etwas > befremdlich :-)

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Zur Erinnerung. In  seinen  Überlegungen  zur Religion der  Ägypter  schreibt
Erman
(1934) über die Entstehung von Naturreligionen:"Je  nach dem Land
in dem ein  
Volk wohnt, und  je nach  dem  Leben  das es zu führen hat, wird
sich  dann  auch
 seine  Religion  gestalten. An der Küste des  Meeres sieht
sich die Wlt doch
anders an, als in einem Urwald oder in der Steppe ".

Demnach  ist es  die  Natur  des  Siedlungsgebietes,    welche  die  Lebens-
bedingungen und damit auch die mythischen Vorstellungen  ihrer Bewohner
prägt. Götter im eisigen Island  werden sich unterscheiden von  den Göttern
im  sonnigen  Ägypten.
Wenn  das stimmt, dann gibt es in den ägyptischen PyrmidenTexten um
2500 v.  etwas zum " grübeln".

Pyr.T.1705*  "The reed-floats  of  the sky are set down  for Re, that  he may
cross theron to the horizon, to the place where the gods were born."
( Die himmlischen  Schilfboote sind  niedergelegt  für RE,  damit er darin
zum Horizont gelangt, dem Ort wo Götter geboren wurden.)

           Der Horizont
     ein Schlüsselsymbol

Problem:  Weshalb  und  wo  entstand  im  Neolitikum  die  religiöse Vorstel-
lung, dass Götter 
in  einem  Gebiet geboren  wurden, das am  Horizont  jen-
seits  eines Meeres gelegen
nur mit einem Boot zu erreichen war ?   Ein Ort
hinter dem  jeden Abend die lebenspendende Sonne verschwand.

                             

               Eine Verbindung eines " Sonnengottes"  mit dem Horizont


  Ein  Denkansatz  bietet sich , wenn man den Horizont im Rahmen einer
              Natur
religion als mystischen  Erfahrungswert  betrachtet..


                   Es gibt  Horizonte  als optische Grenzlinie zwischen
      
                                              
Land  und Land

                   oder zwischen       Land und Meer.

Für  den  Betrachter  wird  die  optische  Grenzlinie  des Horizonts  bestimmt 
vom  Standort des Betrachters, durch erkennbare, und damit sinnlich begreif-
bare  Gegenstände; ein Haus,  der nächste Baum oder ein Gebirge.

Wenn man will kann  man aus  Neugier  immer  weiter  laufen; es nützt nichts.
Man findet nie  einen  geheimnisvollen  und  damit religionsfähigen  Horizont.

Einen  Horizont wo in der Vorstellung Götter leben könnten. Man findet immer
den  nächsten profanen Gegenstand  Vielleicht  das Zelt
der Tante. Am näch-
sten Horizont  die Wohnung des Bruders.  Ganz  nahebei  wird
 der sichtbare 
Horizont  in einem dichten Wald .
   

Ganz anders die Betrachtung an einer Küste. Was  bedeutet der Strich  weit
draussen  am    Ende  eines   Meeres.
Ein Strich  hinter dem  am  Abend die
Sonne glutrot versinkt.
Ein Bild, das Menschen heute noch faszniert.
Der steinzeitliche
Gottsucher im  NW-europäischen Küstengebiet  ist  selber 
Seefahrer  und   weiss  aus
eigener Errfahrung,  dass der  horizontale  Strich,
ganz weit draussen
jenseits des Meeres von Menschen nicht zu erreichen ist.

Niemand fährt  ungestraft  weit  ins  offene  Wasser, denn  dort liegt auch die
Midgardschlange. Keiner
der wagemutigsten Kollegen ist je zurückgekommen.
Nordsee = Mordsee
war wohl bereits im Neolithikum banales Wissen der Seefahrer !

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Problem: In Religionen wird
 meistens ein Weg  zurückgelegt,  vom Grab auf-
wärts in den Himmel  oder
in  eine  Unterwelt. Meditation,  Engel,  die  Kirche
oder   eine  Leiter  werden  bemüht.
 Auch  eine  Ablasszahlung  mag  lebens-
frohen   Erbsündern  auf  ihrem  beschwerlichen 
Weg  kostengünstig  in  den
Himmel  helfen.


I
n den frühen Pyramidentexten denkt man einfacher, pragmatischer. Man trifft
die  Götter
 am   Horizont, an  einer für  alle  sichtbaren  Berührungsstelle  von 
Himmel , Sonne  und  Erdscheibe.
         Es  liegt aber  ein " tödliches"
Wasser zwischen Gott und Mensch

                                                            Das religiöse Problem - in Nord und Süd- auf den Punkt gebracht 
                 Wie komme ich nach meinem Tode über den Ozean
                                        zum Horizont der Götter

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        Fährmann

Das   Problem  erscheint  technisch  unlösbar.  Der  Seefahrer
resigniert
Mit seinem Boot schafft er es nicht  Niemand, der es
versuchte
ist  zurückgekommen. Offensichtlich  bedarf es über-
natürlicher 
Kräfte.  Wendige  Philosophen  sind  gefragt. Kein
Problem
bleibt dann ohne Antwort.

Ein mehr  metaphysisch veranlagter  Kollege wird  zum  *Religionsstifter*.Er
findet
in  einer ursprünglich  vornehmlich *seeorientierten* Kultur einen  prak-
tikablen  Ausweg:  Den  Fährmann.   Seine Aufgabe: den  Transport der Ver-
storbenen mit einem Schiff übers " tödliche Waaser.  Er überlebt  i
n Ägypten,
Sumer , Griechenland , in Rom  und  im Norden  . Eine Zeitspanne von 3000
Jahren.

Dieser Fährmann kann das´ tödliche´ Wasser  überqueren  und seine *Fahr-
gäste*
können  am  Horizont in die Barke des Sonnengottes einsteigen und
damit die Unsterblichkeit erringen.
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Sonne und Seele brauchen ein Boot. Ein seegängiges Boot ! .Folgerichtig
dann die Bootsgräber  in Ägypten und im Norden.

                   Das Boot als  technische Grundlage einer Naturreligion
Pyr.T.1345  He goes abord the barque like Re at  the banks  of the  Winding
Water
way
Pyr.T. 599  Re, commend to me-xyz--the ferryman of the Winding Waterway,
so
that he may bring me his ferry-boat  which  belongs to  the Winding Water-
way, to
the eastern side of  the  sky, so  that  he may  ferry me over to yonder
side of the
Winding  Waterway, to the eastern side of the sky

Pyr.T.1223 If you delay to ferry me over in this ferry boat, I will tell your names

to men whom I know, to everyone
 
                              

                                 
Ägypten Cheops 2400 v. N Oseberg 800

An der Cheopspyramide  wurden  funf  Bootsgruben  ausgegraben. Cheops
erhielt für seine Reise ein Schiff von  43
m  Meter Länge
.( Im Norden wären
die vermutlich
entsprechenden Boote Sutton Hoo  und Oseberg.)

Auch den weniger Bemittelten kann geholfen werden.Ramses II (1292-1237)
schenkte verschiedenen Tempeln nicht  weniger als 178 Schiffe. (Erman)  Die
Grösse  dieser  Boote  schwankt  zwischen   handgroßen  Votivbooten   und 
Booten in  Originalgrösse.
Denkbar wäre, dass  der Tote, der  ein  Votivboot   bekommt,  unabhängiger 
wird vom Fährmann. Vielleicht umgeht er dadurch die  Prüfungen  des letzten Gerichtes?

Später im Mittleren Reich der Beginn der Variationen des Transportproblems
C.T.62 / (267 ) I have cause you to cross the Waterway of   the  Sky-Windows,
to cross the lake and travers these  (with) the  sole of the foot  as if  you  were
performe on the land
.(Wie später Jesus)
 

                            
                   
  a)  Sumer. Grab - Ur, 2.Dyn. mit Votivboot aus Bitumen
                     
b)  Ägypten. Model im Grab von Hor-Aha, 1.Dyn, l~ 15 m.  

Bei den Sumerern heisst  der Fährmann Urschanabi. Er  bringt Gilgamesch
ubers Meer
zu den Göttern. Aus  dem  Meer  wird später in der Überlieferung
ein  Fluss. Bei den 
Griechen  muss der Styx überwunden werden . Die Phae-
aken  bringen Odysseus
nach Ithaka.  Das Schiff  ist  sein eigener Fährmann.
Es wird  nicht  gesteuert. Es
findet den Weg von selbst.
Bei den Buddhisten müssen die Gläubigen den Fluss Samsare überqueren,
um
ins Nirwana zu gelangen.


Dänemark Votivboote sind auch im Norden nachweisbar. Eine " Flotte" von
mehr als  100
Mininaturschiffen,-10  bis 17 cm  lang, Goldfolie über Spanten
aus dünnen
Bronzestreifen

                                 
                 
Einige der goldenen Mininaturschiffe tragen eine Verzierung aus gestempel-
ten, 
konzentrischen  Kreisen,  die  als  Sonnensymbole  verstanden  werden
können.
Gefunden 1885 in  einem Tongefäß in  der Nähe eines  Grabhügels
bei Nors, Dänemark

Vergleichbar Friesische Sagen
Nach  einer altfriesischen  Sage war  es an  der  Nordseeküste  seit  uralten
Zeiten
Brauch, dass bestimmte Fischer gedungen wurden, um bei Nacht und
Nebel die
Seelen der Verstorbenen zum ´weissen Aland´ zu bringen. Diese
Fischer
mussten ihre Schiffe in der dunkelsten Nacht des Jahres, das heisst
zur  
Wintersonnenwende,  bereithalten.  Wenn  das Schiff  voll  beladen  war,
begann
die Fahrt ´gegen  Wind und Wogen schneller als ein Vogel´ nach der
Insel 
der Toten. Die Fischer brauchten den  Weg  nicht  zu wissen, denn die
Schiffe
´steuerten von selbst´ ihren Kurs. Im tiefen Schweigen ging die Fahrt
vor
sich, und ´es war nichts zu hören, als etwas Geflüster und Gewisper, wie
wenn  Mäuse  leise  im  Stroh  rascheln´. Am ´weissen Aland´ angekommen

wurde die Ladung gelöscht und die Seelen  an Land gebracht.  Dann jagten
die
Schiffe in schnellster Fahrt zurueck, denn wenn der Morgen graute, mus-
sten
die Schiffe wieder an Ort und Stelle sein.
http:

Der Horizont und das Klinkerboot auf der Himmelsscheibe von Nebra könnten den Norden
der Bronzezeit mit dieser Grundüberlegung verbinden.

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 Facit:  Der Horizont jenseits der  Urozeans  war in  Nord  und Süd  ein denk-
barer  
Treffpunkt von Gott und Mensch.  Unsterblich, wer  die  Götter jenseits
des Meeres
am Horizont  trifft. Eine neolithische Naturreligion von Seefahrern.
   

          Ein Glauben gebunden an Urmeer, Horizont, Boot und Fährmann.
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P.S

Elysium, elysische Gefilde, griechischer Mythos: Die Inseln der Seligen am
Westrand  der Erde, wohin  auserwählte  Helden  und  die Söhne  der Götter
versetzt werden,
ohne den Tod zu erleiden. Im Gegensatz zu den Schatten im
Hades  behielten sie hier ihre menschliche Natur und gingen ihren Interessen
nach
(Homer)  Später bildete  sich der Glaube aus, dass  die Frommen und
Gerechten
nach ihrem Tod in das Elysium  versetzt  werden, das nun als Teil
des Totenreichs
gedacht wurde.(Pindar) ( F. A. Brockhaus
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     Sixtinische Kapelle

Die  Fährmann- Mythologie  hat sich  in Europa bis weit in historische Zeiten
  erhalten .
Sie hatte immer noch Gewicht und musste entsprechend von der
                   christ
lichen Kirche missionarisch ´betreut´  werden.
                       
                            
 Der Fährmann wird ´umfunktioniert.

                                                                                Sixtinische Kapelle (1536-1541)

    Das jungste Gericht

Ein   Sinnbild  für  die   wiedererlangte  Oberhoheit  des Papstes, nach  den   Ereignissen des "Sacco di Roma", als Rom von den  Söldnern des Kaisers
Karl V
 geplündert worden  war, und  nach  der  Krise,  die Luther  ausgelöst

Jesus in Bildmitte richtet die Toten. Mt einer  Handbewegung entscheidet er
      über das unausweichliche Schicksal der Guten und der Verdammten.
                                             Bemerkenswert der Ausschnitt rechts unten:
                           
                                     
 Die Bootsfahrt in die Hölle.  
Die Sünder werden in einem Boot von einem Fährmann zur Hölle transportiert

Katalog VATIKAN 1999 "Hervorzuheben ist noch die Szene des mythischen
Fährmannes  Charon, der auch  in Virgil  *Äneis* und  in  Dantes  Göttlicher
Kommödie
vorkommt. Aber im Gegesatz zu  jenen Werken, in  denen er die Verdammten ins Schiff einsteigen laesst,  stößt  er hier  die Seelen der Sün-
digen
hinaus und überläßt sie ihrem dramatischen Höllenschicksal"

Eine  andere  Möglichkeit,  der  Fährman  schafft  die  Sünder
über den Fluss
Acheron zum  Eingang des ersten Kreises der
Hölle. Am  Ende  der
Fahrt prügelt er alle von  Bord. Verständ-
lich,   denn  freiwillig  wird  keiner
gehen. Die  Sünder  werden
zudem
von finsteren Gestalten über die Bordkannte  mit  Gewalt  ins Wasser
gezerrt.
Im Bild  oberhalb des  Fährmannes    eine  Figur mit 
Hörnern. Trägt
der Gehörnte´
Verdammte auf  seinen Schultern 
ins  Boot  zur Verdammnis ?
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                          Eine  bemerkenswerte  Verwandlung.
In viertausend Jahren  vorchristlicher Zeit ermöglichte der Fährmann die Ver-
bindung  zu den Göttern. Er war die  technische Voraussetzung  fürs Seelen-
heil, Voraussetzung für die Erlangung der Unsterblichkeit.
Pyramiden
Text 1223
"If you delay to ferry me over in  this ferryboat, I  will  tell  your names   to men
whom
I know, to everyone.

Der Fährman war im vorchristlichen Glauben eine  Schlüsselfigur.  Sumerer (Gilgamesch) Ägypter,Griechen, Friesische Sagen.

Im  Fegefeuer der Sixtinischen  Kapelle  wird  er  ´umfunktioniert´ .  Der  neo-
lithische
" Heilsvermitler" wird zum Fährmann  für die Verdammten, unterstützt
von gehörnten
Helfern.

             Die Botschaft für den vom Bild tief beeindruckten Betrachter:
                   
Teufel und Fährman arbeiten in der gleichen Firma.                      
                                                          Missionarisches Ziel erreicht ?

Vielleicht eine missionarische  Notwendigkeit,  um die ´störende´
Bedeutung des heidnischen Fährmanns
herabzusetzen.Vielleicht,
denn es l iegen 4000 Jahre dazwischen
aber immerhin vergleich-
bar der Umgang  mit  der gehörnten  Gottin 
Hathor, der  ranghöchsten Göttin
der Ägypter.
Eine Vermutung: Ihre Horner bekam der Teufel.?

Zum Tode von Papst Johannes Paul II wurde der päpstliche Bestattungsritus geändert.
Dem Verstorbenen werden nicht mehr zwei Münzen auf die Augen gelegt, sondern das

Antlitz wird mit einem weissen Seidentuch bedeckt  
(Deutschland Funk.08.04.05) s.P.S.
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Facit:
Der 
Fährmann  erscheint  als  Sinnbild  einer  übernatürlichen Kraft, der die
Seele des Menschen über den Ozean zum Horizont der Götter geleitet.  Ein Jenseitsglauben aus Sicht von Seefahrern. Ursprünglich beschrieben in den
Pyramiden- Texten, 2400v.)
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P.S.

Homer und Hesiod                  verwenden  indirekt einen Fährmann . Es  sind  Schiffe, die  selbsttändig  den
                                                                          richtigen Weg übers Meer finden können.

1) Durch Vermittlung der Göttin Kirke erhält Odysseus die Erlaubnis, einen
Gefährten  in der Unterwelt aufzusuchen. Ein gefährliches Unterfangen, denn
den Hades verlaesst  kein  Sterblicher  wieder. Bemerkenswert  der Rat der
Göttin´ (10/508)

Kümmere dich  nicht zu sehr um  einen  Führer  des Schiffes , sondern richte
den Mast und spanne die schimmernden Segel; dann  sitze ruhig  indes  der
Hauch des Nordens dich hintreibt.

2 ) Odysseus folgt dem Rat der Göttin (Od. 11/10);   ´Eilig brachten wir jetzt die
Geräte  des Schiffes in Ordnung, sassen dann still und liessen von Wind und
Steuer uns lenken´
Odysseus steuert nicht selbst. Er lässt fahren

3 ) Es gelingt Odysseus  als Lebender die Unterwelt  zu  betreten. (11/157) Er
trifft  seine  verstorbene  Mutter. Sie ist  erstaunt, dass er  als Lebender  den
Ozean  ueberqueren  konnte.
´denn  schwer  wird  Lebenden    dieses   ( die
Unterwelt
)   zu  schauen.
Grosse  Ströme  fliessen  und  furchtbare  Fluten da-
zwischen;
und vor allem  der Strom  des  Ozeans, welchen  zu Fuß niemand,
sondern allein im rüstigen Schiffe durchwandert´

4)  Odysseus  wird  schlafend   mit   einem  Boot  der  Phäaken  nach  Ithaka
gebracht (8/555)

     Sage mir auch dein Land, dein Volk und deine Geburtsstadt
     daß, dorthin die Gedanken gelenkt, die Schiffe dich bringen.
     denn der Phäaken Schiffe bedürfen keiner Piloten,
     nicht des Steuers einmal, wie die Schiffe der übrigen Völker;
     sondern sie wissen von selbst der Männer Gedanken und Willen.
     Wissen nah und fern die Städte und fruchtbare Länder
     jegliches Volks, und durchlaufen geschwinde die Flutes des Meeres,
     Eingehüllt in Nebel und Nacht. Auch darf man nicht fürchten,
    dass stürmendes Meer sie beschädige oder verschlinge

Auch  eine  mythische  Insel  spielt  eine  Rolle.   Die Inseln  der Seligen, das
Elysium der Griechen  ähnelt  in der Funktion dem  Horizont  der Pharaonen.
Wer die Insel oder den Horizont  erreicht  erlangt  Unsterblichkeit  und  Wohl-
leben

So schreibt Hesiod(Werke und Tage, 165)
die anderen  aber, als  sie auf Schiffen üeber den  mächtigen Schlund nach
Troja  fuhren, wegen Helena, der schönhaarigen. Dort umf umfing  den einen
das  tödliche Ende;  anderen  verlieh  Vater  Zeus, der  Kronide,  Leben  und
Wohnsitz  fern von den  Menschen  und  versetzte sie an den Rand der Erde.
Ihr Herz frei  vom Leide wohnen sie auf den Inseln der Seligen am tiefwirbeln-
den Ozeanos, die seligen Heroen, denen die kornsspendende Erde dreimal
im Jahr honigsüsse Fruechte in Fuelle traegt
"

(Auf alten Weltkarten liegen vor der Küste Portugals die Inseln der Hesperiden)

Nach Homer gewährt Zeus dem braungelockten  Menelaos, dem König von
Sparta Unsterblichkeit. Er darf auf die Inseln  der Seligen.  Er kann,  wie  die
alten Ägypter oder Gilgamesch, den Ozean überqueren.(Od 4/565):-

-´Aber dir Menelaos ist bestimmt, oh Geliebter von Zeus, nicht als Schicksal
der Tod--, sondern  die  Götter  führen  dich  einst an die Enden der Erde, in
die elysische Flur, wo ein ruhiges Leben die Menschen immer beseligt
´

                                                                                        

Charon  mit  den  Seelen im Hadesnachen;  Ausschnitt aus  einem schwarz-
figurigen Altärchen für Totenspenden. (Frankfurt a.M, Liebighaus)

Der alte struppige Fährmann, der die Toten in seinem lecken Boot über den Grenzfluss zur Unterwelt (Acheron, Styx) fährt, Unbestattete aber zurückweist.
Eine dem Verstorbenen in den Mund gelegte Münze, eigentlich ein Rest des
alten Totenteils, galt als Fährgeld für ihn. 

Erman, A. A.  Die Religion der Aegypter 
horiz-faehrmann 21.10.04up.
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                  Hals-, Arm- und Fussringe ´weltweit´verbreitet.
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Deutschland Funk 11.11.09, Trauerfeier Fort Hood /Texas


Die traditionsreiche Zeremonie unter freiem Himmel an einem über 20 Grad Celsius warmen, sonnigen Tag in Texas umfasste neben der Nationalhymne, Gebeten und den Trauerreden einen "Letzten Appell" mit Gewehrsalven und dem Trompetensignal "Taps". Bei dem Appell wurden die Namen der Gefallenen dreimal aufgerufen, beantwortet von Schweigen.

 Trauergäste, auch der Präsident, warfen eine Münze in die aufgestellten Stiefel der Getöteten;

daneben steckten über aufgestellten Porträtfotos ihre Gewehre, die Stahlhelme auf dem Kolben, mit dem Bajonett im Boden. Der militärischer Brauch des Münzgeschenks weist auf das antike Griechenland zurück, als man Goldmünzen auf die Augen von Toten legte, auf dass sie das Fährgeld über den Fluss Styx auf dem Weg zur Unterwelt zahlen konnten.

( Münze- Fährmann- Heiliger Horizont /Kranz)